Sonderausstellungen
Beute, Bestie, bester Freund
Zum Zusammenleben von Menschen und Tier
Komplexe Beziehungen zwischen Menschen und Tieren prägten alle Gesellschaften: Tiere waren Götter, spirituelle Begleiter, Jäger und Gejagte, Nahrung, Statussymbole, Arbeitskräfte, Transportmittel, Beschützer, exotisches Spektakel und Forschungsobjekte.
Schon die frühe Kooperation von Mensch und Wolf trug dazu bei, dass Homo sapiens anderen Menschenarten überlegen war. Aus tierischen Stoffen entstanden Behausungen, Kleidung, Werkzeuge und Waffen. Nutztiere waren und sind die Grundlage der nomadischen Lebenswelten weltweit und essentiell für eine sesshafte Lebensweise und die Landwirtschaft. Ohne Transporttiere hätte es zudem keine weiten Handelswege und keinen kulturellen Austausch gegeben, ohne Pferde nicht die Eroberungen durch die Reitervölker oder die Führung früher Staatswesen.
Heute findet sich in den Industrienationen eine paradoxe Situation: Während Haustiere für viele zum Partner- und Kindesersatz werden und ein Milliardengeschäft um ihre Haltung entstand, werden Tiere in der Massentierhaltung weiterhin als gefühllose Ware betrachtet und gnadenlos verwertet.
Stets prägten bislang der Mensch und seine Bedürfnisse die Beziehung.
Kommt es nun, angesichts des Verschwindens vieler Tierarten, neuen Forschungsansätzen und der Hinwendung zu nachhaltigeren Lebensweisen zu einem Umdenken? Aktuell verändert sich unser Blick auf die Tiere…
In der Ausstellung geht es um Nutztiere und Haustiere, Zootiere und dressierte Tiere, um vermenschlichte Tiere in Film und Fernsehen, um Tiere als Spielzeug und das idealisierte Bild, dass (nicht nur) Kindern von Tieren vermittelt wird.
Es wird deutlich, wie abhängig der Mensch von den Tieren seit Beginn seiner Entwicklung war und wie eng Mensch und Tier verwoben sind.
Nicht zuletzt geht es in der Ausstellung um die Frage: wie verschieden sind Mensch und Tier eigentlich?
Zur Vernissage der Ausstellung am Freitag, 03.07.2026 um 16 Uhr laden wir ganz herzlich ein. Ab dem 04.07.2026 kann die Ausstellung bei freiem Eintritt bis 20.09.2026 besucht werden. Ein Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen ist geplant. Wir informieren Sie rechtzeitig hier, im Ditzinger Anzeiger und in der Presse über die Termine!