Stadt Ditzingen

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Wärmewende

Wärmewende in Ditzingen – kommunale Wärmeplanung

In Deutschland liegt der Anteil der Wärmeversorgung am gesamten Endenergieverbrauch bei über 50 %. Mit der aktuellen, größtenteils fossilen Wärmeerzeugung (80%) verursacht dies auch einen hohen CO2-Ausstoß. 80 % der Wärmenachfrage sind damit auch vom Ausland abhängig, aus dem die fossilen Brennstoffe wie Öl und Gas importiert werden. Zurzeit gibt es ca. 41 Millionen Haushalte in Deutschland, von denen etwa jeder zweite mit Gas, jeder vierte mit Heizöl und ca. 14% mit Fernwärme heizen. Hierbei wird die Fernwärme jedoch ebenfalls überwiegend aus fossilen Brennstoffen erzeugt.

Um das Ziel einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040 zu erreichen, braucht es weitreichende Veränderungen und eine Strategie, die konkret auf die Möglichkeiten vor Ort zugeschnitten ist. Deshalb sind Stadtkreise und Große Kreisstädte seit Ende 2020 durch das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg dazu verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Der Wärmeplan muss bis Ende 2023 erarbeitet sein, regelmäßig fortgeschrieben werden und mindestens fünf konkrete Maßnahmen enthalten, die zum Erreichen einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung beitragen. Diese fünf Maßnahmen müssen innerhalb von fünf Jahren nach Veröffentlichung der Wärmeplanung begonnen werden.

Die Stadt Ditzingen (Stadtverwaltung und Stadtwerke) hat mit der Erstellung des kommunalen Wärmeplans im Oktober 2021 begonnen. Beauftragt wurde die ebök GmbH aus Tübingen mit der Bearbeitung. Zusätzlich wurde die Ludwigsburger Energieagentur e.V. beauftragt, um bei diesem für die Verwaltung neuem Thema zu unterstützen.

Die Erstellung des kommunalen Wärmeplans erfolgt in vier Schritten:

Erstellung der Bestandsanalyse

Als erstes wird der aktuelle Wärmeverbrauch aller Gebäude erfasst und anfallende Treibhausgas-Emissionen berechnet. Die Ergebnisse werden aufgeschlüsselt nach Haushalten, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Industrie und öffentlichen Liegenschaften. Sie umfassen auch Informationen zu bestehenden Gebäuden, Heizungen, Heizzentralen und Speichern sowie zur Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen.

Erstellung der Potentialanalyse

Im zweiten Schritt werden mögliche Energieeinsparungen bei Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme ermittelt. Außerdem werden die Möglichkeiten vor Ort für erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme erhoben. Diese Potenziale können für die zukünftige, klimaneutrale Wärmeerzeugung berücksichtigt werden.

 Lokale Wärmewendestrategie

Im letzten Schritt werden mindestens fünf Maßnahmen ausgearbeitet, die in den nächsten 5 Jahren für die Umsetzung der Wärmewendestrategie eingeplant werden. 

Zielszenario 2040

Aus den Daten wird ein Szenario entwickelt, wie der künftige Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien klimaneutral gedeckt werden kann. Im Plan werden geeignete Gebiete für Wärmenetze oder Einzelversorgung und mögliche Standorte für die Versorgungsstrukturen dargestellt.

Die Firma ebök Gmbh aus Tübingen hat einen Bericht zur kommunalen Wärmeplanung erstellt. Dieser wird bzw. wurde bei folgenden Öffentlichkeitsbeteiligungen vorgestellt:

  • 06.12.2023 von 18:30 – 19:30 Uhr im Rathaussaal in Schöckingen
  • 07.12.2023 von 19:00 – 20:00 Uhr im Bürgersaal in Ditzingen
  • 09.01.2024 von 18:30 – 19:30 Uhr in der Turn- und Festhalle in Heimerdingen
  • 22.01.2024 von 18:30 – 19:30 Uhr in der Karl-Koch-Halle in Hirschlanden

Anschließend haben bzw. hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung, Bedenken und Vorschläge innerhalb der Veranstaltung kundzutun. Des Weiteren wird Ihnen die Möglichkeit geboten, zwischen dem 02.01.24 – 26.01.24 eine Stellungnahme postalisch an das Rathaus Ditzingen, Jeannine Weinbrenner oder per Mail an Frau Weinbrenner (Jeannine.Weinbrenner(@)Ditzingen.de) zu senden. Die Beschlussfassung zur kommunalen Wärmeplanung erfolgt Anfang 2024 im Gemeinderat.

Der Bericht zur kommunalen Wärmeplanung, sowie die Zielkonzepte sind im unteren Bereich dieser Seite zu finden.

Wichtig!

Das strategische Instrument „kommunale Wärmeplanung“ zeigt die klimaneutrale Wärmeversorgung auf dem gesamten Ditzinger Stadtgebiet auf. Hierbei handelt es sich nicht um eine Detailplanung. Deswegen können keine exakten Aussagen zu einzelnen Gebäuden getroffen werden.

Trotzdem sollten Sie bereits jetzt aktiv werden. Um die Wärmewende in Ditzingen zu schaffen, braucht es neben der Erzeugung von klimaneutraler Wärme, eine erhebliche Reduzierung des Wärmebedarfs, die nur durch die Sanierung der Gebäude erreicht werden kann. Durch die Energiekosteneinsparungen und die Steigerung des Immobilienwerts profitieren davon auch die Eigentümerinnen und Eigentümer der Gebäude und leisten einen entscheidenden Beitrag zum Schutz des Klimas als unsere Lebensgrundlage.

Weitere Informationen

Quartierskonzept Ditzingen Nord-Ost

Wie kann die Wärmewende in Ditzingen gelingen? Um diese Fragestellung zu beantworten, prüfen die Stadtverwaltung Ditzingen und die Stadtwerke Ditzingen gemeinsam, ob sich das Quartier Ditzingen Nord-Ost für die Errichtung eines Wärmenetzes eignet. Seit Sommer 2021 arbeiten die Stadtwerke deshalb an der Erstellung eines energetisches Quartierskonzept. Kofinanziert wird das Vorhaben mit Fördermitteln der KfW aus dem Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“. Die IBS Ingenieurgesellschaft ist mit der technischen Konzepterstellung beauftragt und hat mit mehreren Begehungen den aktuellen Stand der Wärmeversorgung und des Sanierungszustandes der einzelnen Gebäude erfasst. Daraus wird der Wärmebedarf des Quartiers abgeleitet, der maßgebend für die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes ist. Anhand dieser Ermittlungen sind Ausbaugebiete für die Nahwärme entstanden, die der Karte entnommen werden können. 

Dabei stehen für eine sichere Wärmeversorgung die folgenden Prinzipien besonders im Fokus:
•    Nutzung von Abwärme aus dem Abwasserkanal 
•    Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen
•    Nutzung von eigenproduziertem PV-Strom
•    Speicherung der Wärme in Wärmespeichern
•    Betrieb der Netze mit niedrigen Systemtemperaturen
•    Wärmebereitstellung über mehrere Einspeisepunkte zur Erhöhung der Versorgungssicherheit

Das Sanierungsmanagement-Team ist für die Umsetzung des Quartierskonzepts verantwortlich. Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers Ditzingen Nord-Ost können direkt bei den Stadtwerken Termine vereinbaren, um sich über den Stand des Vorhabens und die Möglichkeiten zur Partizipation zu informieren.

Kontakt Stadtwerke Ditzingen: 
E-Mail: info(@)sw-ditzingen.de 
Telefon: 07156 165840

FAQ:

Was ist der kommunale Wärmeplan?

Die Entwicklung von Strategien und Plänen zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung wird als kommunale Wärmeplanung bezeichnet. Daraus ergibt sich der kommunale Wärmeplan, der eine Aufstellung von Wärmesenken (zum Beispiel beheizte Gebäude) und Wärmequellen oder Potentialen (zum Beispiel Abwasserwärme) auf Basis eines Kartenwerks enthält. Infolgedessen ergeben sich Möglichkeiten und Empfehlungen, um das Ziel, bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu haben, zu erreichen. Große Kreisstädte sind durch das Klimagesetz Baden-Württemberg verpflichtet, diese strategische Planung vorzulegen. Im Fall von Ditzingen hat die Stadtverwaltung das Planungsbüro ebök GmbH beauftragt, die kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Die Ausarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Ditzingen, der Energieagentur im Kreis Ludwigsburg (LEA), sowie weiteren Akteuren. Der kommunale Wärmeplan ist übergeordnet, ähnlich wie ein Flächennutzungsplan, welcher eine Grundlage für weitere Planungen und Konkretisierungen darstellt. Die Verantwortung für die Umsetzung der Fernwärme liegt bei dem Energieversorger, in unserem Fall den Ditzinger Stadtwerken.

Ist der Kommunale Wärmeplan für die Bürgerinnen und Bürger verbindlich?

Nein, für die Bürgerinnen und Bürger ist der kommunale Wärmeplan nicht verbindlich. Der Gemeinderat hat jedoch die Stadtverwaltung und die Stadtwerke beauftragt, Maßnahmen zur Umsetzung anzugehen.

Ist der Kommunale Wärmeplan verbindlich für die Stadtverwaltung bzw. die Stadtwerke?

Der kommunale Wärmeplan ist für die Stadtverwaltung und die Stadtwerke nicht verbindlich. Dies ist ein Plan auf hoher Flughöhe und wird nach dem Beschluss im Gemeinderat, Schritt für Schritt konkretisiert. Laut Klimaschutzgesetz des Landes muss allerdings mit fünf Maßnahmen spätestens fünf Jahre nach Abschluss der Wärmeplanung begonnen werden.

Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen?

Die Stadtwerke Ditzingen werden den Bau von Wärmenetzen und die Erschließung der dazugehörigen Wärmezentralen übernehmen. Die Verantwortung für die individuelle Versorgung der Gebäude liegt jedoch in der Hand der jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. Für diese bestehen verschiedene Beratungs- und Finanzierungsangebote.

Ergeben sich für mich als Eigentümerin oder Eigentümer Verpflichtungen aus der Wärmeplanung der Gemeinde?

Nein, die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Planung der Kommune. Bei der Ausweisung von Vorrangs- bzw. Eignungsgebiete, entstehen keine rechtlichen Konsequenzen für die Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer

Was bedeutet Vorranggebiet?

Im Zielkonzept des Kommunalen Wärmeplans sind Vorranggebiete in Form von verschieden farbigen Wolken markiert. Ein Vorrang bedeutet, dass angestrebt wird, die entsprechende Versorgungsart, z.B. den Wärmenetzausbau im ausgewiesenen Gebiet vorrangig anzustreben. Dies bedeutet nicht, dass andere Versorgungsarten ausgeschlossen sind, da eine ausreichend detaillierte und somit abschließende Prüfung erst nach der Kommunalen Wärmeplanung erfolgen kann. Das Zielkonzept nennt auch Zeiträume, in denen entsprechende Maßnahmen, z.B. eine genauere Untersuchung in den Vorranggebieten, angegangen werden sollten.

In der Karte sehe ich nicht genau, ob ich in einem Vorranggebiet für Fernwärme liege.

Das ist durchaus möglich und auch so gewollt, da die Vorranggebiete im Kommunalen Wärmeplan nicht genau abgegrenzt werden. Mit fortschreitender Planung werden die Vorranggebiete zu Wärmenetzausbaugebieten weiterentwickelt und damit auch klar begrenzt.

Was soll ich tun, wenn meine Heizung etwas älter oder defekt ist, die Fernwärme jedoch erst in ein paar Jahren bei mir verlegt wird?

Wenn Sie in einem Vorranggebiet für Fernwärme liegen, ist der Anschluss an ein solches Wärmenetz eine sehr sinnvolle Lösung, sobald diese möglich ist. Genaueres erfahren Sie von den Stadtwerken Ditzingen. Falls eine Reparatur der Heizung möglich ist, könnte Ihnen dies noch einmal Zeit verschaffen bis der Wärmenetzanschluss möglich ist. Dafür sind natürlich der Gesamtzustand der Heizungsanlage und die Kosten einer Reparatur maßgeblich. Es ist allerdings auch zu beachten, dass bei vielen Heizungsanlagen mit zukünftig höheren Kosten gerechnet werden muss (z.B. durch den steigenden CO2-Preis oder eine erhöhte Nachfrage nach Holzpellets), sodass auch kurzfristig höhere Reparaturkosten in Kauf genommen werden könnten.

Sollte Ihre Heizung irreparabel defekt sein, kommt nur ein kurzfristiger Austausch der Heizungsanlage in Frage. Sie können z.B. eine Übergangslösung in Betracht ziehen, bei der Sie eine Heizung mieten können. Falls Ihr Gebäude in einem Vorranggebiet für eine dezentrale Versorgung liegt (keine Eignung für Fernwärme) können Sie unmittelbar die passende Heizung für Ihr Gebäude einbauen (z.B. eine Wärmepumpe).

In jedem Fall steht Ihnen die Möglichkeit einer kostenlosen Energieberatung zur Verfügung. Kontaktieren Sie dazu bitte die Energieagentur im Landkreis Ludwigsburg (LEA) unter 07141 688 93-0, um einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Ist es erforderlich, meine Gas- oder Ölheizung zu ersetzen, wenn die kommunale Wärmeplanung beschlossen wurde?

Nein. Es gilt allerdings weiterhin die bereits seit 2020 bestehende Austauschpflicht für alte Heizkessel (Standard- und Konstanttemperaturkessel) nach 30 Jahren. Für Niedertemperatur-Heizkessel und Brennwertkessel gelten Ausnahmen zu dieser Regelung.

Darf ich trotz der kommunalen Wärmeplanung Heizungen mit fossilen Brennstoffen einbauen?

Der Einbau einer neuen Heizung in Ditzingen muss erst ab Juli 2028 die Anforderung von 65 % erneuerbaren Energien erfüllen. Da der CO2-Preis in Zukunft jedoch steigen soll und damit das Heizen mit fossilen Energien teurer wird, ist es ratsam, bei der Auswahl auch auf langfristig günstige Betriebskosten zu achten. Zudem ist es sinnvoll den Wärmebedarf des Gebäudes zu senken, indem energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden. Hierzu können Sie sich von den Stadtwerken Ditzingen oder der Energieagentur im Landkreis Ludwigsburg (LEA) beraten lassen.

Jetzt gibt es doch bald Wasserstoff. Ist dadurch der Umstieg auf eine andere Heizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz unnötig?

Wasserstoff, insbesondere Wasserstoff, der mithilfe von Erneuerbaren Energien erzeugt wird – sogenannter grüner Wasserstoff – wird aller Voraussicht nach während der Laufzeit des aktuellen kommunalen Wärmeplans (bis 2040) nicht im privaten Wärmemarkt ankommen. Die importierten und in der Bundesrepublik erzeugten Mengen werden zunächst für Sektoren benötigt, bei denen eine Umstellung auf andere Energieträger nicht möglich ist, allen voran die Stahlindustrie, die chemische Industrie und die Luftfahrt. Derzeit ist es keine gute Idee, auf die Verfügbarkeit im privaten Wärmemarkt zu setzen. Wenn Wasserstoff im Wärmemarkt verwendet wird, dann zunächst im Rahmen von Kraft-Wärme-Kopplung in Wärmenetzen. Für die Beheizung von Wohnräumen gibt es wesentlich effizientere Technologien. Eine Wärmepumpe erzeugt aus derselben Menge Strom mindestens fünfmal so viel Wärme wie eine Gasheizung, die mit grünem Wasserstoff betrieben wird.

Wann kommt die Fernwärme zu mir/uns?

Der Kommunale Wärmeplan definiert Vorranggebiete bis 2040 mit einem Zwischenschritt bis 2030. In diesen Vorranggebieten soll in den genannten Zeiträumen mit der Planung begonnen, bestenfalls bereits eine Planung konkretisiert oder ausgeführt sein. Im Rahmen dieser Planungen können sowohl die Zeiträume als auch die Ausbaugebiete genauer definiert werden. Derzeit sind noch viele Fragen offen, sodass noch keine konkreten Zusagen gemacht werden können.

Gerne können Sie bereits jetzt Ihr Interesse an der Fernwärme melden. Hierfür schicken Sie bitte eine E-Mail an das Team Innovative Energiekonzepte von den Stadtwerken.

Die E-Mail-Adresse lautet:  energiekonzepte(@)sw-ditzingen.de

Die Verlegung von Leitungen ist doch aufwändig?

Das stimmt. In den durch das Wärmenetz versorgten Gebieten müssen Wärmeleitungen, in der Regel im Straßenraum, verlegt werden. Wie bei jedem Leitungsbau sind hier verkehrliche Behinderungen und weitere Unannehmlichkeiten aufgrund von Baustellen zu erwarten. Die Stadtwerke werden den Bau von Wärmeleitungen soweit möglich mit anderen Maßnahmen, z.B. der Erneuerung von Wasser– und Abwasserleitungen kombinieren. Bei der Versorgung durch Wärmenetze muss eine ausreichend hohe Nachfrage bestehen, damit deren Bau wirtschaftlich ist und die Bürgerinnen und Bürger keinen zu hohen Preis für die Fernwärme zahlen müssen.

Mein Gebäude befindet sich in einem Gebiet, welches laut Zielkonzept ein Vorranggebiet für Fernwärme ist. Erhalte ich auf jeden Fall einen Fernwärmeanschluss?

Wenn Sie laut Zielkonzept in einem Fernwärmevorranggebiet liegen, bedeutet dies nicht automatisch, dass Sie auf jeden Fall einen Fernwärmeanschluss bekommen. Dies ist unter anderem davon abhängig, ob sich in ihrer Straße auch andere Bürgerinnen und Bürger an die Fernwärme anschließen lassen möchten. Nur bei einer ausreichend hohen Nachfrage lässt sich ein Fernwärmenetz wirtschaftlich bauen und betreiben. Für den Ausbau der bestehenden Wärmenetze werden die Stadtwerke Transformationspläne ausarbeiten und den Bau neuer Netze durch Machbarkeitsstudien untersuchen. Hierbei wird die Installation der Fernwärmetrassen in jedem Netzgebiet ausführlich untersucht. Es wird individuell für jede Straße die Wirtschaftlichkeit der Installation von Fernwärmeleitungen überprüft.

Muss ich mich in einem Fernwärmeeignungsgebiet an ein Wärmenetz anschließen lassen?

Nein, grundsätzlich besteht kein Anschluss- und Benutzungszwang an ein Wärmenetz. Verpflichtend für Sie wird der Anschluss erst, wenn Sie einen Vertrag bei den Stadtwerken unterschrieben haben.

Mache ich mich mit dem Anschluss an Fernwärme vom Versorger abhängig?

Hier ist es wichtig die Abhängigkeiten im Energiesystem genauer zu verstehen. Wir sind schon heute abhängig, wenn wir zwischen verschiedenen Anbietern für Heizöl, Gas oder Strom wählen müssen. Der Preis, v.a. von fossilen Energien, wird dabei vom Weltmarkt bestimmt, der letztendlich die Preise aller Anbieter bestimmt.

Für die Fernwärme ist zu beachten, dass die Versorger die Preise nicht willkürlich festlegen können. Die Preisanpassungen richten sich stets nach den jeweiligen Kostenentwicklungen des einzelnen Wärmenetzes, die nach offiziellen Preisindizes berechnet werden. Dies schützt die Wärmenetzkundinnen und Wärmenetzkunden gegen eine ungerechtfertigte Erhöhung der Preise durch den Versorger und ist in der Verordnung namens „AVBFernwärmeV“ in §24 festgelegt.

Das beste Mittel zur Reduzierung der Abhängigkeiten ist die verstärkte Nutzung lokaler, erneuerbarer Energien, die langfristig stabile Preise für die Wärme- bzw. Energieerzeugung vor Ort gewährleisten können.

Was kostet der Umstieg auf Fernwärme?

Das kann im Moment noch nicht beziffert werden. Fernwärmenetze werden aber in der Regel nur umgesetzt, wenn sie mit einer eigenen, dezentralen Wärmeerzeugung konkurrieren können. Für den Umstieg wird ein Hausanschluss zum Wärmenetz verlegt. Die Feuerungsanlage (und die Technikanlage) wird daher durch eine kleine Übergabestation ersetzt, welche in der Regel auch weniger Raum einnimmt. Den freiwerdenden Raum können Sie dann anders nutzen.

Muss ich mein Gebäude sanieren, wenn ich dieses an die Fernwärme anschließen möchte? Welche Anforderungen muss mein Gebäude erfüllen, um seine Funktion zu erfüllen?

Grundsätzlich können alle Gebäude an die Fernwärme angeschlossen werden.  Zurzeit ist es noch kein Problem die gewohnten Vorlauftemperaturen von 70 °C zu liefern. In den Neubaugebieten, in welchen Fernwärme geplant ist, soll ein Niedertemperaturnetz gebaut werden. Hier werden nur geringere Vorlauftemperaturen von ca. 50 °C geliefert werden.

Niedrige Vorlauftemperaturen verringern die Wärmeverluste im Netz und erhöhen die Effizienz der Wärmeerzeuger. Deshalb sind langfristig auch in Bestandsgebäuden geringe Vorlauftemperaturen sinnvoll. Zu beachten sind dabei Vorgaben für das Trinkwarmwasser (z.B. bei zentralen Warmwasserspeichern) und eine ausreichende Dimensionierung der Heizkörper. Eine energetische Sanierung (auch durch Einzelmaßnahmen wie einen Fenstertausch oder die Dämmung der Kellerdecke) ist hier ebenfalls hilfreich und wird früher oder später für fast alle Gebäude durchgeführt werden. Dies ist auch der knappen Verfügbarkeit der erneuerbaren Energien geschuldet, die unseren heutigen, sehr hohen Verbrauch von fossilen Brennstoffen nicht vollständig ersetzen können. Eine Sanierung senkt Ihre Heizkosten und führt zu einem angenehmeren Raumgefühl. Gerne können Sie die Beratungsangebote, wie z.B. die von der Energieagentur im Landkreis Ludwigsburg (LEA) nutzen.

Warum ist mein Gebiet nicht für die zentrale Versorgung (Fernwärme) geeignet?

Für die Verlegung von Fernwärmenetzen in den Stadtgebieten müssen verschiedene Parameter betrachtet werden. Hierzu zählen folgende:

  • Wärmedichte im Gebiet
  • Potenzial zur Wärmeerzeugung im Fernwärmenetz
  • Erschließungskosten
  • Potential zur Einsparung von THG
  • Standort von Wärmezentralen
  • Eigentümerstruktur der Gebäude

Kann auch in einem Gebiet mit einer dezentralen Versorgung ein Wärmenetz aufgebaut werden?

In Einzelfällen kann dies ermöglicht werden, z.B. falls Sie in einem Gebiet wohnen, das an ein Wärmenetzgebiet angrenzt, was in den detaillierten Folgeuntersuchungen zum Wärmenetzausbau berücksichtigt werden wird. In allen anderen Fällen ist jedoch nicht mit einer Anschlussmöglichkeit zu rechnen. Bei Interesse an der Fernwärme, kontaktieren Sie bitte das Team Innovative Energiekonzepte von den Stadtwerken. Die E-Mail-Adresse lautet: energiekonzepte@sw-ditzingen.de

Wie kann ich bei der Erweiterung der Fernwärme helfen?

Die Stadtwerke Ditzingen haben bereits mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes begonnen. Hierfür ist seitens der Stadtwerke auch weiterhin eine sorgfältige Planung notwendig, um eine vollständige Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeerzeugung durchzuführen. Die Stadtwerke müssen eine passende Infrastruktur aufbauen, was den Bau der Fernwärmenetze und der Energiezentralen mit sich bringt. Dies benötigt Zeit und wird mit einer großen Anzahl an Baustellen einhergehen. Um die Arbeit den Stadtwerken zu erleichtern, sind sie auf die Akzeptanz und die Geduld der Bürgerinnen und Bürger angewiesen.

Wenn Sie in einem Fernwärmevorranggebiet liegen, können Sie bereits jetzt Ihr Interesse an der Fernwärme anmelden. Bei Interesse an der Fernwärme, kontaktieren Sie bitte das Team Innovative Energiekonzepte von den Stadtwerken. Die E-Mail-Adresse lautet: energiekonzepte(@)sw-ditzingen.de

Kann ich eine Photovoltaik-Anlage auf meinem Dach installieren?

Ja, das ist in jedem Fall ausdrücklich gewünscht. Falls Sie eine Wärmepumpe betreiben wollen, kann die PV-Anlage auch zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung einen Beitrag leisten.

Werden mit dem Kommunalen Wärmeplan Windkraftanlagen gebaut?

Nein, die Kommunale Wärmeplanung hängt nicht mit der Planung und dem Bau von Windkraftanlagen zusammen.

Wird es in Zukunft viel bessere Wärmepumpen geben?

Der Markt für Wärmepumpen wächst weltweit und die Produktionskapazitäten werden derzeit weiter ausgebaut. Dadurch werden die Preise für Wärmepumpen sinken und es wird eine Vielzahl von Angeboten und Geräten für die unterschiedlichsten Anwendungen zur Verfügung stehen. Mit der weiteren Entwicklung des Marktes wird es auch weitere Verbesserungen geben. Es werden allerdings keine technologischen Sprünge mehr erwartet, da die heutigen Geräte schon sehr ausgereift sind.

Welche anderen Optionen zur Wärmepumpe existieren?

Neben dem Anschluss an ein Wärmenetz und dem Einbau einer Wärmepumpe stehen im Einzelfall auch weitere Heizungssysteme zur Verfügung, die unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein können. In einem Beratungsgespräch, z.B. mit der Energieagentur im Landkreis Ludwigsburg (LEA) können Sie herausfinden, welches Heizungssystem für Ihr Gebäude am besten geeignet ist.

Wie kann der notwendige Strom für den Betrieb der Wärmepumpen erzeugt werden?

Schon heute erzeugen wir in Deutschland mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien und diese werden in den nächsten Jahren weiter stark ausgebaut werden. Wenn die Ausbauziele erreicht werden, wird bis Mitte der 2030er Jahre fast der gesamte Strombedarf klimaneutral gedeckt werden können.

Ein Teil Ihres Energiebedarfs, z.B. für eine Wärmepumpe, kann durch eine PV-Anlage auf ihrem Dach gedeckt werden. Um das Solarpotenzial auf ihrem Dacht zu bewerten, können Sie entweder auf der Seite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (Solarpotenzial auf Dachflächen - Energieatlas (energieatlas-bw.de)), bei den Stadtwerken Ditzingen anfragen bzw. selbst einen Solarcheck durchführen (PV-CHECK (mysolvation.com)) oder einen Termin für eine PV-Beratung bei der Energieagentur im Landkreis Ludwigsburg (LEA) vereinbaren.  

Die Öffentlichkeitsarbeit wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“

„Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivi[1]täten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.“